Wann wurde zum ersten Mal das Sexmagazin „Hustler“ veröffentlicht?

Bild: © Artem Furman / stock adobe

Fans von Männermagazinen kennen „Hustler“ als „wilde Schwester“ von „Playboy“ und „Penthouse“. Der 1953 erstmals veröffentlichte „Playboy“ konzentrierte sich auf Hochglanz-Erotik. Das 1965 in Großbritannien ins Leben gerufene „Penthouse“-Magazin zeigte sich bereits etwas freizügiger. Im Vergleich dazu handelt es sich beim 1974 gegründeten Magazin „Hustler“ um ein offenherziges Pornomagazin für alle, die an Hardcore-Erotik Gefallen finden.

Was bedeutet „Hustler“ auf Deutsch?

Im Deutschen steht der Begriff „Hustler“ für „Stricher“. Gleichzeitig wird er für Prostituierte beiderlei Geschlechts genutzt. Dass Gründer Larry Flynt diesen Namen für sein Männermagazin wählte, weist bereits darauf hin, wie dieses sich von der Konkurrenz unterscheidet. Im Vergleich zu den Magazinen „Playboy“ und „Penthouse“ spezialisiert sich „Hustler“ auf extremere Inhalte: Explizite Nacktheit, die Darstellung von Sexszenen und Fetisch-Inhalte gehören zum Konzept der monatlich erscheinenden Zeitschrift.

Wie entwickelte Larry Flynt „Hustler“?

Viele bekannte Männermagazine entstanden aus dem Wunsch heraus, den erotischen Fantasien der Gründer Raum zu verleihen. Im Gegensatz dazu ist das Entstehen von „Hustler“ dem Zufall geschuldet. Larry Flynt suchte nach einer schnellen und kostengünstigen Lösung, um auf seine Stripklubs aufmerksam zu machen.

Er entschloss sich, ein Werbeblatt zu veröffentlichen. Neben dem „Hustler Newsletter“ brachte er die Publikation „The Hustler For Today’s Man“ heraus. Aus diesen Werbeflyern entwickelte sich 1974 die erste Ausgabe des Magazins „Hustler“.

In der Zeitschrift fanden sich explizite pornografische Darstellungen. Als erstes Männermagazin präsentierte sie einen „pink shot“. Hierbei handelt es sich um die Abbildung einer geöffneten Vulva. Dadurch entstand bereits im Erscheinungsjahr ein kleiner Skandal um das Blatt. Ein Jahr später machte „Hustler“ mit weiterem Wirbel auf sich aufmerksam: Das Magazin druckte die von einem Paparazzo aufgenommenen Nacktbilder von Jacqueline Kennedy Onassis ab.

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Auf welche Inhalte konzentriert sich das Hustler-Magazin?

Aufgrund der pornografischen Inhalte fiel es Flynt schwer, seine Zeitschrift in den USA zu etablieren. Zunächst weigerten sich zahlreiche Händler, das Magazin in ihr Verkaufssortiment aufzunehmen. Dennoch entwickelte es sich mit der Zeit zu einer starken Konkurrenz von „Playboy“ und „Penthouse“.

Während der Hochzeit des „Hustler“-Magazins lag die Auflage bei drei Millionen Exemplaren. Im Jahr 2008 sank sie auf 500.000 Hefte. Neben den pornografischen Fotografien machte sich die Zeitschrift mit anzüglichen und kritischen Karikaturen einen Namen. Diese befassten sich vorwiegend mit Tabuthemen.

Kritik erntete das Magazin „Hustler“ regelmäßig aufgrund von Kommentaren und Witzen zu Themen wie

  • Frauenfeindlichkeit,
  • Rassismus oder
  • Kindesmissbrauch.

Ebenso finden sich im „Hustler“ Artikel zu wirtschaftlichen und außenpolitischen Schwerpunkten. Im Gegensatz zu vielen anderen Männermagazinen vertritt die Zeitschrift dabei eine eher linksorientierte Position.

Um die Bekanntheit seines Magazins zu steigern, verschickte Larry Flynt es monatlich kostenfrei und unaufgefordert an alle Mitglieder des US-Kongresses. Der offizielle Grund: Der „Hustler“-Gründer wollte den Politikern zeigen, was „im Rest der Welt passiert“. Bis heute halten seine Nachfolger an dieser Tradition fest.

Welche weiteren Projekte stammen von Larry Flynt?

Im Jahr 1976 gründete Larry Flynt das Unternehmen LFP. Das Kürzel steht für „Larry Flynt Publications“. Unter dem Dach der Firma entstanden fortan das Männermagazin „Hustler“ sowie weitere erotische Publikationen wie das Magazin „Chic“.

Bis 1986 konzentrierte sich LFP auf die Produktion pornografischer Inhalte. Später erweiterte sich das Verkaufssortiment auf

  • Zeitschriften,
  • Pornofilme und
  • Kleidung.

Die Mehrzahl der Projekte veröffentlicht das Unternehmen unter der Marke „Hustler“. Beispielsweise tragen die Filme das Logo „Hustler Porn“.

Auch weitere Magazine entstehen bei LFP:

  • „Barely Legal“: die Zeitschrift konzentriert sich auf Softcore-Inhalte mit Models zwischen 18 und 23 Jahren
  • „Hustler’s Taboo“: das Magazin spezialisiert sich auf Fetisch-Inhalte
  • „Hustler XX“: die Zeitschrift zeigt Hardcore-Pornografie
  • „Asian Fever“: in diesem Magazin stehen asiatische Models im Mittelpunkt
  • „Hustler’s Leg World“: dieses Magazin präsentiert Füße, Beine und Nylons

Ebenso stammt von dem Verlag ein Hochglanz-Erotikmagazin namens „Hustler’s Chic Magazine“.

Die Mehrzahl dieser Erotikmagazine steht ausschließlich in den USA zum Verkauf.

Zusätzlich ist die Marke „Hustler“ mit mehr als 25 Premium-Websites online vertreten. Auf Seiten wie „Taboo“, „Hustler Milfs“ oder „College Girls“ schauen sich User über 5.000 Bilder und 4.000 erotische Szenen an.

Was ist Hustler TV?

Bei Hustler TV handelt es sich um einen Pay-TV-Kanal, der europaweit im Satellitenfernsehen zu empfangen ist. Er läuft auf Abonnement-Basis und spezialisiert sich auf Erwachsenenunterhaltung. Hauptsächlich laufen im Programm Hardcore-Pornofilme, die ein männliches, heterosexuelles Publikum ansprechen sollen. Daneben existiert der Schwesterkanal Blue Hustler, bei dem Softcore-Pornografie-Inhalte im Mittelpunkt stehen.

Hustler TV parodiert mit den veröffentlichten Pornofilmen häufig bekannte Filme, Serien und Fernsehshows aus den USA. Damit schlägt der Fernsehsender einen Bogen zum gleichnamigen Männermagazin. Dieses ist neben den freizügigen Bildern für seine anzüglichen und teils respektlosen Artikel und Karikaturen bekannt.

Was hat der Film „Hustlers“ mit dem Magazin zu tun?

Der Film „Hustlers“ erschien im Jahr 2019. Die Mischung aus Drama, Krimi und schwarzer Komödie stellt Tänzerinnen in einem New Yorker Nachtklub in den Fokus. Um ihre Einnahmen zu steigern, beginnen die Stripperinnen, Gäste unter Drogen zu setzen und finanziell auszunehmen. Den von der Kritik größtenteils gelobten Spielfilm schauen sich Filmfans auf DVD, Blu-Ray oder im Stream an.

Obgleich der Filmtitel „Hustlers“ an das Magazin „Hustler“ erinnert, haben beide nichts miteinander zu tun. Allerdings gibt es tatsächlich einen US-Spielfilm, der sich mit Hustler-Gründer Larry Flynt befasst. Er nennt sich „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit“ und erschien 1996. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Gründung des berühmten Männermagazins und den Skandalen rund um Flynt.

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Bild: © Artem Furman / stock adobe