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Wann wurde das Glücksspiel in Deutschland legalisiert?

Im Jahr 2021 trat der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Foto ©Dmytro stock adobe

2021 war das Jahr, das sowohl von den Glücksspielanbietern als auch von den Spielern sehnsüchtig erwartet wurde. Endlich trat im Juli 2021 der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Seit diesem Zeitpunkt ist es deutschlandweit für Spielotheken möglich, dank einer deutschen Lizenz das Glücksspiel in Deutschland legal anzubieten.

Vielleicht stellen sich jetzt einige Spieler die Frage, „ist Wunderino legal?“, dann kann die Antwort nur „ja” lauten. Denn auch Wunderino gehört zu den Anbietern, die sich im Besitz einer deutschen Lizenz befinden. Mehr über das Glücksspiel in Deutschland erfahren interessierte Leser hier!

Die Anfänge des neuen Glücksspielstaatsvertrages

Zwar trat der Glücksspielstaatsvertrag bereits im Juli 2021 in Kraft, dennoch war der Vorgang der Vergabe von Lizenzen sehr zäh und schleppend. Im August 2022 war noch keine einzige Lizenz vergeben. Grund dafür war die langwierige und schleppende Bearbeitung.

Allerdings galt schon zu diesem Zeitpunkt eine Übergangsregelung, die es den Betreibern unter der Voraussetzung, dass sie die Regelungen des GlüStV zuvor umsetzten, ermöglichte, das Glücksspiel in Deutschland anzubieten.

Die Zeit vor Juli 2021

Vor Inkrafttreten des GlüStV war die Glücksspielregelung Ländersache. Das führte dazu, dass es für das Bundesland Schleswig-Holstein bereits ab 2011 eine Sonderregelung gab. Nur Schleswig-Holstein beschritt damals als einziges von 16 Bundesländern einen Sonderweg und entschied, dass das Glücksspiel legal sei.

Damals lief der alte Glücksspielvertrag aus, und nur dieses Bundesland entschied sich, einen anderen Weg zu gehen. Damit ebnete sich sogar der Weg für die Öffnung des Glücksspielmarktes im Internet.

Die Online-Spielotheken hatten damit die Möglichkeit, eine Lizenz für den Betrieb zu erhalten. Überdies hatten die Anbieter auch die Möglichkeit, staatliche Lizenzen für das Sportwettenangebot zu erhalten. Mit dem Inkrafttreten des GlüStV 2021 haben nun alle Bundesländer die Möglichkeit, eine Lizenz zu vergeben.

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Online-Spielotheken Anbieter gab es doch schon immer

Schon seit vielen Jahren boomt der Markt rasant, gleichzeitig verfügte aber natürlich nicht jeder Betreiber über eine Lizenz aus Schleswig-Holstein. Überwiegend hatten die Online-Betreiber eine Lizenz aus einem EU-Land. Bevorzugt sind hierbei die Lizenzen aus Malta oder Gibraltar.

Gründe dafür sind das Europa-Recht und die damit zusammenhängende Dienstleistungsfreiheit. Hier ist geregelt, dass das Glücksspiel legal ist, sofern der Glücksspielbetreiber über eine gültige Lizenz aus einem EU-Land verfügt.

An dieser Stelle wird deutlich, dass das deutsche und das europäische Recht im deutlichen Gegensatz zueinander standen. Daher bewegte sich das Glücksspiel bis zum Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages in einer Art geduldeten Grauzone.

So ist der Stand heute

Mit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages ist das Glücksspiel nicht nur in Deutschland legal geworden, sondern auch der Spielerschutz ist deutlich erhöht worden. Die neuen Gesetze sollen insbesondere junge und suchtgefährdete Spieler deutlich besser schützen.

Damit der Spielerschutz auch wirklich gewährleistet werden kann, wurde beispielsweise die Sperrdatei OASIS eingeführt. Hier werden die Daten aller Spieler detailliert gesammelt und an die übrigen Betreiber weitergegeben. Diese Sperrdatei macht sofort ersichtlich, welche Spieler gesperrt sind. Das Weiterspielen auf anderen Portalen kann so zielgerichtet unterbunden werden.

Allerdings führen die neuen Regelungen auch zu einigen Verboten. Denn nun sind Tischspiele wie Roulette, Blackjack und Poker online nicht mehr erlaubt. Grund dafür aus Sicht des Gesetzgebers ist, dass gerade von den Tischspielen ein erhöhter Suchtfaktor ausgehen soll.

Davon betroffen sind auch die Live-Casinos, diese sind ebenfalls verboten. Letztlich spielt man hier ja auch mit echten Croupiers die beliebten Tischspiele, die nun nur noch den stationären Casinos erlaubt sind.

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Die eingeführten Limits

Spieler dürfen pro Monat 1.000 Euro auf das Spielerkonto einzahlen. Bei der Vorlage eines entsprechenden Vermögensnachweises sind hier Ausnahmen möglich. Ziel ist es, mit dieser Technik den Spieler davor zu schützen, sein Hab und Gut aufs Spiel zu setzen. Auch für die Slots gibt es nun ein Limit, ab jetzt darf maximal 1 Euro pro Spin eingesetzt werden.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).