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Wann wurde der erste Online-Shop gegründet?

Zu den ersten Online-Shops gehörten Onlinebuchhändler. Foto: ©Kowit / stock adobe

Ob Möbel, Bücher oder die Pizza vom Lieferdienst – für uns ist es längst selbstverständlich, in allen Lebensbereichen online zu shoppen. Doch wann ging der erste Online-Shop ins Netz und was wurde verkauft?

Wir werfen einen Blick zurück und zeigen, wie viel sich seitdem im E-Commerce geändert hat. Praktisch jedem ist es problemlos möglich, den eigenen Shop ins Netz zu bringen.

Der erste Shop – eine Frage der Definition

Die Wurzeln des ersten Online-Shops zurückzuverfolgen ist gar nicht so einfach. Noch bevor im Jahr 1990 der Begriff „World Wide Web“ für das globale Internet eingeführt wurde, gab es die elektronische Datenverarbeitung und -übermittlung. So konnten Unternehmen einander mit Bestellungen beauftragen, ohne dass eine direkte Kommunikation oder ein Telefonat notwendig gewesen wäre.

Für das globale und für Privatpersonen zugängige Internet gibt es unterschiedliche Quellen, was als erster Online-Shop der Geschichte zu sehen ist. Zu den Pionieren gehört in jedem Fall der erste Online-Buchhandel, der im Jahr 1992 ins Netz gebracht wurde.

Große Dynamik und zu zahllosen Online-Verkäufen im heutigen Sinne kam es jedoch zwei Jahre später. So soll 1994 der erste dokumentierte Online-Kauf mit Kartenzahlung auf einem Online-Marktplatz stattgefunden haben. Im selben Jahr wurden zudem einige der größten Online-Handelsplattformen gegründet, die noch heute aktiv sind und weltweit große Marktanteile verzeichnen.

Shops als Verkaufsplattform für jedermann

Was vor 30 Jahren Programmierkenntnisse und ein großes Warensortiment voraussetzte, hat sich über die Jahrzehnte erheblich verändert. Heute kann grundsätzlich jeder Bundesbürger einen Online Shop erstellen, ohne sich der Programmierung von Webseiten auskennen zu müssen. Große Hosting-Anbieter helfen dabei, mit wenigen Klicks leistungsfähige Webseiten zu erstellen, die speziell dem Zweck des Online-Verkaufs dienen können.

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Allein die rechtlichen Rahmenbedingungen sollten angehende Verkäufer kennen. Da diese als Händler auftreten, ist in Deutschland ein Gewerbeschein notwendig, um regelmäßig Produkte mit Gewinnabsicht über das Internet verkaufen zu wollen. Bei Themen wie der digitalen Sicherheit des Shops oder der Einrichtung von Schnittstellen für die Bezahlung des Kunden helfen Hosting-Dienstleister ebenfalls mit vorgefertigten und intelligenten Lösungen weiter.

Chancen moderner Online-Shops

Was vor drei Jahrzehnten eine echte Pionier-Leistung war, kann heute jeder motivierte Kaufmann durchführen. Doch lohnt es sich überhaupt, dieser Tage einen Online-Shop ins Netz zu bringen? Für manche Händler wirkt die Strahlkraft der weltweiten Handelsriesen so groß, dass ein eigener kleiner Shop gar nicht lohnen könnte.

Doch diese Überlegung ist zu kurzsichtig. Zum einen gibt es weiterhin Nischen für spezielle Produkte, bei denen Kunden auf das Fachwissen eines spezialisierten Händlers Wert legen. Die Einrichtung eines Shops kann zudem stationären Ladengeschäften helfen, das eigene Verkaufsangebot zu erweitern und etwas für den Erhalt der eigenen Existenz zu leisten.

Eine kluge Recherche, für welche Produktgruppen der eigene Shop lohnt und wie die Vorlieben potenzieller Kunden im Bereich Service sind, gehört jedoch hierzu. Zeit, die sich jeder Händler nehmen sollte, die er längst im Bereich Programmierung einsparen kann.

Was ist die Zukunft der Online-Shops?

Auch wenn Shops als technische Errungenschaft unsere Einkaufsvorlieben verändern – der klassische „Bummel“ durch die Innenstädte ist für viele Menschen immer noch ein soziales Highlight. In der digitalen Welt dürfte mobiles Shopping jedoch stetig an Bedeutung gewinnen. Gleiches gilt für Automatisierungen, damit nicht jede Bestellung explizit anstoßen werden muss – technisch ist dies in KI-Zeiten mühelos umsetzbar.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).