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Die Geschichte der Bademode. Wann wurde der Badeanzug erfunden?

Die alten Römer kannten noch keine Badeanzüge. Foto: © Michael / stock adobe

Die Auswahl an Bademode ist heute vielfältiger und kreativer denn je – doch das war nicht immer so. Der Badeanzug hat eine Entwicklung durchlebt, die Jahrhunderte in die Geschichte zurückreicht.

Menschen sind schon seit jeher baden gegangen, und eine Körperbedeckung wurde nach und nach gewünscht. Während bei Männern die klassische Badehose in verschiedenen Längen stets im Vordergrund stand, sieht es bei den Frauen deutlich anders aus. Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Anbietern. Doch wie ist es zu so einer großen Vielfalt der weiblichen Bademode gekommen?

Antike mit anderen Sitten

Wenn wir weit in die Geschichte zurückreisen, dann werden wir feststellen, dass Badeanzug und Badehose nicht wirklich beliebt oder gar bekannt war. Früher sind Menschen nackt baden gegangen – sowohl Männer als auch Frauen. Das galt auch für die römischen Bäder der Antike, hier war weit und breit keine Kleidung zu sehen.

Späte Entdeckung der Bademode

Es hat bis zum 18. Jahrhundert gedauert, dass sich Badebekleidung durchgesetzt hat. Lange Zeit hat sich niemand daran gestört, nackt baden zu gehen. Dies lag vor allem daran, weil beide Geschlechter die meiste Zeit über getrennt gebadet haben.

Auch die Bedeutung von Religion nahm stetig ab, wo Baden nicht gern gesehen war. Beim Baden überwogen zunehmend gesundheitliche Vorteile. Und mit dieser Entwicklung kam auch der Wunsch nach Bademode auf, die bestimmte Körperteile bedecken sollte.

Frauen fingen an, eine Art Badekleid zu tragen, das den gesamten Körper bedeckte. Das waren mehr oder weniger die ersten Badeanzüge. Die leichten Kleider waren sehr angenehm zu tragen, vor allem im Wasser. Diese Badekleider wurden als eigenes Modestück angesehen und waren bis ins 19. Jahrhundert sehr beliebt. Manchmal handelte es sich auch um Zweiteiler – die Vorläufer der heutigen Bikinis.

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Der erste richtige Badeanzug

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts fingen Frauen an, deutliche Änderungen an ihrer Badekleidung vorzunehmen. Eine Vorreiterin war hierbei die Australierin Annette Kellerman, die 1907 den ersten eng anliegenden Badeanzug erfand. Dieser zeigte auch ihre Arme und Beine, wofür sie später sogar verhaftet wurde. Doch dies führte nur noch mehr dazu, dass sich diese Art von Bademode schnell durchsetzte.

1912 war es auch erstmals erlaubt, dass Frauen in der Disziplin Schwimmen bei den Olympischen Spielen teilnehmen durften. Und dort kamen die schlanken Badeanzüge natürlich gerade gelegen, um auch wettbewerbsfähig zu sein. Schwimmen wurde somit nicht mehr nur als Freizeitaktivität angesehen, sondern als ernst zu nehmender Sport. Und da zählt natürlich jede Sekunde, die durch das Einwirken des Wassers eingespart werden kann.

Etablierung als Norm

Es dauerte nicht lange, bis die engen Badeanzüge bei Frauen beliebt wurden. Das Aussehen mit Badebekleidung von vor rund 100 Jahren lässt sich dabei überraschenderweise mit der von heute vergleichen, denn viel hat sich seit damals eigentlich nicht getan. Materialien wie Latex und Nylon führten in den 1930er Jahren zu weiteren Neuerungen.

Die Einführung des Bikini-Set für Damen im Jahre 1946 führte auch in den kommenden Jahrzehnten zu einer größeren Freiheit für Bademode, die sich auch auf die Form und Funktion von Badeanzügen auswirkte. Ausgefallenere Designs und nachhaltige Materialien wurden der Standard.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).