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Wann wurde das Handy erfunden?

Seit vielen Jahren ist ein Leben ohne Telefon nicht mehr vorstellbar. Speziell gilt dies für die mobile Variante. Die Bedeutung der „Handys“ bzw. „Smartphones“ ist so große, dass es kaum jemanden gibt, der darauf verzichten möchte. Der Blick auf die Geschichte des mobilen Telefons zeigt einen langen Weg auf, bei der sich die Technik immer wieder veränderte.

Seit wann gibt es Handys?

1997 kam der Nokia 9000 Communicator auf und er wird als das „erste Smartphone weltweit“ gefeiert. Doch die Geschichte des mobilen Telefonierens und somit der modernen Handys begann bereits viel früher: Nämlich im Jahr 1926.

Es war einmal im Jahr 1918: Der fünfte Geburtstag des Meissnerischen Röhrensenders war noch nicht vorbei, kam es zu ersten Versuchen der Deutschen Reichsbahn mit Funktelefonen. Erstmals wurde ein mobiler Telefondienst in der 1. Klasse im Jahr 1926 zur Verfügung gestellt – zumindest auf der Strecke Hamburg nach Berlin. Die Firma AT&T bot in den USA ab 1927 transatlantische Gesprächsverbindungen mittels Funkübertragung an.

Nach dem 2. Weltkrieg war es das Unternehmen AT&T, welches in den USA das erste „echte Mobilfunknetz errichtete. Ohne dieses wäre es nie dazu gekommen, dass es Handys bzw. Smartphone gibt.

Es war ein LKW-Fahrer in den USA, der den ersten Anruf über dieses Netz am 17. Juni 1946, über ein im LKW eingebautes Funktelefon ausführte.

Wann kam das erste Mobiltelefon auf?

Theodore George Parakevakos erhielt 1974 ein Patent für ein „Gerät zur Generierung und Übermittlung digitaler Daten“. Motorola präsentierte bereits ein Jahr zuvor den ersten Prototypen eines mobilen Telefons. Der von Martin Cooper entwickelte „Knochen“ das Motorola DynaTAC 8000X kam als erstes kommerzielles Handy am 21. September 1983 in den Handel.

Die Mobilfunk- und Gerätetechnik verbesserte sich in der darauffolgenden Dekade immer weiter. IBM kombinierte im Jahr 1994 erstmals einen Simon Personal Computer mit einem PDA und dies inklusive Touchscreen. Allerdings war dieses Handy noch nicht Internet-fähig. Aber der in 1996 veröffentlichte Nokia 9000 Communicator war das nicht, auch wenn dieser bereits über einen FAX-Anschluss verfügte sowie einen elektronischen Kalender, digitalen Adressbuch, Taschenrechner, Notizanwendung und der Möglichkeit HTML-Seiten anzuzeigen.

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Wann kam das erste Smartphone auf?

Erricson wagte pünktlich zum Millennium mit dem R380 einen ersten Smartphone Versuch. Der Ansatz passte, denn es war erstmalig möglich, Symbian-Software zu nutzen. Zudem verfügte das Handy über einen Touchscreen, Internetzugang, Kalenderfunktion und mehr. Dazu gab es einen Namen: Smartphone und dieser Begriff, den die Schweden für das R380 nutzten, überdauerte die Zeit.

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Aus heutiger Sicht war dieses Handy ebenso wenig „smart“ wie die anderen mobilen Telefone aus der Zeit.

Wann gab es die ersten Handyverträge?

Heute ist für die jüngere Generation die Vorstellung ein Graus: Für die ersten „Handys“ wurde ein Auto benötigt. Denn das erste „mobile“ Gerät wog 16 Kilogramm! Aber auch die folgenden Modelle waren nicht gerade hosentaschentauglich. Auch die Handyverträge waren aus heutiger Sicht eher „eigentümlich“ und teuer.

Heute stehen Verbraucher vor der Qual der Wahl, wenn sie einen Handyvertrag suchen: Ein Handyvertrag mit Handy oder doch lieber ein Handy mit Vertrag? Als die Handys aufkamen und tragbar waren, war die Auswahl gering.

In Deutschland kam 1992 in Deutschland das D-Netz auf, das dem GSM-Standard entsprach. Die Auswahl an Endgeräten war gering und die Preise für einen Handyvertrag waren gewaltig. So kostete ein Laufzeitvertrag 1992 2.000 Deutsche Mark(!). Auf 80 D-Mark belief sich die Grundgebühr und die Abrechnung der Telefonate erfolgte im Minutentakt mit 2 DM. Somit war es für Privatpersonen uninteressant sich ein Handy anzuschaffen. Doch es kam zu Änderungen mit dem Nokia 8110.

Die Jahre 1995 bis 2005

1995 sanken die Preise bereits, aber dennoch betrug die Grundgebühr noch immer 42 DM und die Gesprächsminute stand weiterhin bei 1,99 DM. Die SMS waren dagegen noch neu und daher wurden diese noch nicht in den Preis mit einbezogen. Im Jahr 2000 stieg die Zahl der Handynutzer rasant an, aber die Preise blieben weiterhin hoch. Das war allerdings mit den Lizenzen verbunden, denn die Provider legten die Kosten auf ihre Kunden um.

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Mit der Zweitmarke Simyo startete E-Plus im Jahr 2005 eine neue Ära und leitete eine Preiswende ein. Zuvor hatte die Kaffeekette Tchibo eine Discountmarke im o2-Netzwerk ins Leben gerufen.

Die Ära der Smartphones

Die tragbare Telefonie hat bereits eine lange Geschichte hinter sich, aber der Höhepunkt war noch nicht erreicht. Denn das, was folgte, war der Schritt vom klassischen Handy zum „modernen Handy“, eben dem heutigen Smartphone. Dieses „kluge Handy“ beherrschte weitaus mehr als nur Telefonie.

2007 war entscheidend für das Fortschreiten der Handys. Denn in diesem Jahr stellte Apple sein erstes iPhone vor und warf damit alle bislang bekannten Bedienkonzepte über Bord. Schnell sprangen Unternehmen wie Samsung auf den Zug auf. Sie schafften es, innerhalb weniger Jahre Produkte zu schaffen, die nach dem Vorbild des iPhones entstanden.

Allerdings ist es fraglich, ob es grundsätzlich und immer ein Smartphone sein muss. Denn insbesondere ältere Menschen sind von komplizierter Technik fast immer überfordert. Für diese Zielgruppe gibt es einfache, zugleich funktionstüchtige Seniorenhandys, bei denen auf überflüssige Gadgets verzichtet wird.

Welches sind die bekanntesten ersten Handys?

Die Handys der 90er und 2000er-Jahre sind in vielen Köpfen hängen geblieben. Es gibt wohl kaum jemanden, der sie nicht kennt. Die führenden Hersteller zu dieser Zeit waren Siemens, Nokia, Motorola und Sony Ericsson.

  • Nokia 5110 – das erste günstige Handy für den Massenmarkt.
  • Nokia 3210 – mit diesem Handy landete der Konzern einen Kassenschlager und über 160 Millionen Mal ging dieses Modell über den Ladentisch.
  • Siemens S25 – im Jahr 1995 veröffentlichte Siemens das erste Handy mit grafischem Display.
  • Nokia 7650 – das Handy verfügte über eine integrierte Foto-Kamera und war das Erste für den breiten Markt.
  • Motorola RAZR V3 – mit 14 mm war das Handy in 2004 eines der dünnsten Handys seiner Zeit. Mit über 130 Millionen Stück war es ein absoluter Hit bei den Verbrauchern.
  • Motorola C113a – Dieses mobile Telefon war das erste Billig-Handy für die weltweite Masse und wurde 2005 für einen Preis von gerade mal 20 bis 30 Dollar über die Ladentheke.
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Das waren noch Zeiten, als das Handy hauptsächlich zum Telefonieren genutzt wurde. Ein mobiles Telefon mit Tasten und deutlich seltener wurde eine SMS versendet, die kompliziert über die Tastatur mit den Zahlen-Tasten einzugeben war.

Ende der 2000er wurden diese dann durch die revolutionieren Touch-Displays durch die Modelle der führenden Hersteller wie Apple, Samsung und Sony abgelöst. Dadurch war es möglich, das Handy über ein simples Fingertippen zu bedienen.

Bild von günter auf Pixabay

 

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).