in

Wann wurde das SUP Board erfunden?

Die Wurzeln des SUP Boarding liegen vor 3.000 Jahren in Peru. Foto © kuznetsov_konsta stock adobe
Die Wurzeln des SUP Boarding liegen vor 3.000 Jahren in Peru. Foto © kuznetsov_konsta stock adobe

SUP steht für „Stand-up Paddleboarding“ und ist eine Surftradition, welche es schon seit vielen Jahren gibt, die aber erst in den letzten Jahrzehnten an Popularität gewonnen hat. Was also ist SUP genau und wo hat die Sportart ihre Wurzeln? Wir klären auf.

Die Wurzeln des SUP liegen in Peru, wo der Sport vor über 3.000 Jahren entstand. In der Stadt Chan Chan „ritten“ die Peruaner auf Booten, die „caballitos de totora“ genannt wurden, was „kleine Pferde aus Schilfrohr“ bedeutet. Es handelte sich dabei um eher instabile Boote aus Schilfrohr, die oft zum Fischen verwendet wurden. Mit einem Bambusstock, der als Paddel diente, surften die Peruaner im Stehen auf den Wellen – sowohl zum Sport als auch zum Broterwerb.

Im Laufe der Geschichte gab es weitere Varianten der heutigen Sportart Stand-up Paddleboarding. Bereits im 8. Jahrhundert n. Chr. benutzten Israelis und Araber in Tel Aviv eine Mischung aus Brett und Boot – Hasake genannt – zum Surfen. Ursprünglich wurde das Hasake zum Fischen verwendet, doch mit der Zeit wurde es auch bei Rettungseinsätzen hilfreich, da es mit seiner Breite von 1,5 Metern auch einen in Not geratenen Surfer aufnehmen kann.

Die Gondel als Vorbild

Ab dem 15. Jahrhundert wurde die Gondel in ganz Italien als Transportmittel verwendet. Die Gondoliere benutzten eher ein Ruder als eine Stange, um die Gondeln durch die fließenden Gewässer zu führen. Obwohl es sich technisch gesehen nicht um „Surfen“ im eigentlichen Sinn handelt, ist diese Form des Paddelns älter als das SUP und dient als frühes Beispiel für das Paddeln im Stehen.

Siehe auch  Wann wurde Pokémon erfunden?

Das moderne SUP lässt sich bis in die frühen 1900er-Jahre zurückverfolgen, als der berühmte Surfer Duke Kahanamoku geboren wurde. Duke Kahanamoku, der „König von Waikiki Beach“, war ein bekannter Schwimmer, Surfer, Olympiasieger und einer der berühmten Surflehrer von Waikiki, die als Waikiki Beach Boys bekannt sind.

Zusammen mit den Brüdern Leroy und Bobby Ah Choy beaufsichtigten die Waikiki Beach Boys die Touristen, während sie auf ihren Brettern standen und mit einem Paddel lenkten. Die Ah Choy-Jungs erweiterten die Tradition, und schließlich wurde der Surfstil offiziell als „Beach Boy Surfing“ bezeichnet.

John Zapotocky, der vom Ozean und vom Stil der Waikiki-Boys fasziniert war, wurde zu einer der wichtigsten Figuren der Bewegung. Er war so beliebt, dass er zum Beach Boy ehrenhalber ernannt wurde und sich sogar den Spitznamen „Pearl Diver“ verdiente. Bis zu seinem Tod im Alter von 95 Jahren im Jahr 2013 surfte John Zapotocky weiterhin im Stehen auf den Wellen und inspirierte Jung und Alt mit seiner Leidenschaft für das SUP.

SUP wird zum Freizeitvergnügen

In den späten 1900er-Jahren wurde Stand-up-Paddleboarding auf Maui dank der Beiträge von Dave Kalama und Laird Hamilton, den Miterfindern des Tow-in-Surfing-Modells, schließlich zu einer anerkannten Freizeitbeschäftigung. Im Jahr 1995 experimentierten sie mit Kanupaddeln zur Steuerung ihrer Boards und entwarfen später einige der ersten Downwind-Boards, die heute beim SUP üblicherweise verwendet werden. Indem sie im Stehen paddelten, machten sie den Sport bei den Touristen bekannter.

In der Zwischenzeit begannen in Oahu andere berühmte Boarder wie Brian Keaulana und Archie Kalepa, die Leistung der SUP-Ausrüstung zu verbessern. Vor allem Keaulana verhalf dem SUP zu einer ganz neuen Popularität, als er 2003 beim Buffalo Big Board Contest eine Beach Boy Surfing-Kategorie einführte, in der über 49 Teilnehmer ihr Können unter Beweis stellten.

Siehe auch  Wann wurde das Sportlabel Nike gegründet?

Der wichtigste Schritt kam 2004, als der Vietnam-Veteran Rick Thomas den Sport nach San Diego in Kalifornien brachte. Durch den Umzug von Hawaii nach Kalifornien rückte SUP nun immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Von dort aus verbreitete sich der Sport wie ein Lauffeuer im ganzen Bundesstaat. Auch in Orten wie Malibu und Dana Point, wo von 2008 bis 2015 ein SUP-Rennwettbewerb namens Battle of the Paddle stattfand.

Der Sport ist dadurch so populär geworden, dass er inzwischen auch international verbreitet ist. Jedes Jahr findet in Deutschland ein SUP World Cup statt, während Japan und Australien ihre eigenen Wettbewerbe veranstalten.

Mit zunehmender Popularität wächst auch die Auswahl der Paddleboards und an entsprechendem Zubehör im Handel immer weiter. Mittlerweile gibt es sogar Sportartikelhersteller, die sich ausschließlich auf SUP spezialisiert haben, ähnlich wie früher beim Surfen oder auch beim Snow- und Skateboarding.

Mit dem Fanatic SUP erwirbt der ambitionierte Paddleboarder beispielsweise ein Top-Gerät, das durch die jahrelange Erfahrung des Herstellers immer weiter perfektioniert werden konnte. Entsprechendes Zubehör und die passende Kleidung für den SUP-begeisterten Sportler runden das komplette Angebot ab.

Fazit

Von seinen peruanischen Ursprüngen bis zu seinem heutigen hawaiianischen Pendant hat sich das Stand Up Paddle Boarding technisch und zweckmäßig weiterentwickelt. Aus der Notwendigkeit wurde Spaß. Spaß wurde zum Wettbewerb. Der Wettbewerb wurde zu einer Tradition. Und mit diesen einfachen Übergängen wurde der SUP-Sport zu einem bekannten Begriff.

Also gehen Sie raus, schnappen Sie sich ein Paddel und machen Sie sich auf den Weg, wenn es Sie das nächste Mal aufs Wasser zieht!

Siehe auch  Wann wurde Playmobil erfunden?

Foto: © kuznetsov_konsta / stock adobe

Avatar-Foto

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).