Das tropische Land Costa Rica begeistert mit seiner Geschichte und seiner unvergleichlichen Natur. Es lockt mit erhabenen Vulkanen, Traumstränden sowie einer artenreichen und farbenfrohen Tierwelt.
Costa Rica: Überblick
Costa Rica mit der Hauptstadt San José ist eine Republik mit präsidentiellem Regierungssystem und der Amtssprache Spanisch. In Costa Rica zahlen die Menschen mit Costa Rica Colones (CRC). Ein CRC entspricht 100 Céntimos.
Die zentralamerikanische Republik befindet sich auf der Landenge, die Süd- und Nordamerika trennt. Das Land erstreckt sich vom Karibischen Meer im Osten bis zum Pazifik im Westen. Zudem grenzt es im Süden an Panama und an Nicaragua im Norden. Außerdem gehört die Insel Coco zum Hoheitsgebiet des 51.100 Quadratkilometer kleinen Landes. Damit übertrifft die Fläche Costa Ricas die von Niedersachsen nur wenig.
Costa Rica besteht geografisch aus drei Teilen: Die tropischen Tiefebenen befinden sich auf der Karibik- und der Pazifikseite. Getrennt werden diese durch die zentrale Hochebene. Der dritte Teil sind die Kordilleren. Dieser Gebirgszug zieht sich von Alaska bis Feuerland.
In Costa Rica liegt im Norden die Cordillera de Guanacaste mit ihren bis zu zweitausend Meter hohen Bergen. Diese sind überwiegend vulkanischen Ursprungs. Die Berge der südlicher gelegenen Cordillera de Tilarán sind mit 1.500 Metern etwas kleiner. Der höchste Gipfel namens Chirripó ist in der Cordillera de Talamanca zu finden. Er misst 3.821 Meter. Zudem besitzt Costa Rica eine 1.290 Meter lange Küstenlinie.
Geschichte Costa Ricas
Mehrere Tausend Jahre lang bevölkerten indigene Völker das heutige Land Costa Rica. Im Jahr 1502 befand sich Christoph Kolumbus auf Goldsuche und ging zu diesem Zweck in Limón an Land. Zwanzig Jahre später folgten europäische Kolonisten seinen Spuren. Wie der Entdecker Amerikas hatten sie die Hoffnung, Gold zu finden. Von ihnen erhielt das Land den Namen Costa Rica, was auf Deutsch „reiche Küste“ bedeutet. Statt auf Gold setzte das Land jedoch auf Landwirtschaft.
Costa Ricas offizielles Gründungsjahr war jedoch 1563. Es wurde Teil des Vizekönigreichs Neuspanien. Am 15.9.1821 wurde Costa Rica unabhängig von Spanien und Teil der Bundesrepublik Zentralamerika. Diese löste sich in den Jahren 1838 und 1839 in kleine Provinzen auf. Zehn Jahre später wurde Costa Rica zur Republik.
Seinen Reichtum erlangte Costa Rica erst Anfang des 19. Jahrhunderts durch den Anbau von Bananen und Kaffee. 1949 ist das Geburtsjahr der Zweiten Republik, die noch heute Gültigkeit hat. Die Armee wurde abgeschafft und das Land erhielt eine neue Verfassung, welche allen Bürgern Gesundheit und Bildung garantierte. Die Bevölkerung wurde mit Sozialversicherungen, Trinkwasser, Telefonanschlüssen und Elektrizität versorgt.
In den 1980er-Jahren erklärte Costa Rica seine Neutralität und setzte sich für den Frieden in Zentralamerika ein. Jedoch hatte das Land aufgrund der Ölkrise wirtschaftliche Probleme. In den 1990er-Jahren erholte sich die Wirtschaft Costa Ricas. Die wichtigsten Exporte waren nicht mehr Kaffee und Bananen, sondern Ananas und Textilien. Zudem wurde Costa Rica zu einem begehrten touristischen Ziel.
Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten und Erlebnisse
Costa Rica ist zurecht ein beliebtes Reiseziel für die ganze Familie. Dort erwarten Sie zahlreiche Sehenswürdigkeiten, eine unvergleichliche geschützte Natur und spannende Aktivitäten.
Playa Guiones
Stellen Sie sich vor, sie surfen bei gleichmäßig brechenden Wellen am Playa Guiones. Das Wasser im Pazifischen Ozean ist warm wie in der Badewanne. Kinder spielen im weißen Sand und Sie sehen Erwachsene Sonnenbaden und relaxen.
Tamarindo
Tamarindo liegt im Kanton Santa Cruz in der Provinz Guanacaste. Am Strand, dem Playa Tamarindo, ist viel los, denn der Ort ist einer der beliebtesten Surfer-Hotspots für Anfänger und Fortgeschrittene. Deshalb reihen sich Hotels, Surfschulen und Strandbars entlang des Wassers.
Naturliebhaber schließen sich einem Guide an, der von Tamarindo aus mit registrierten Besuchern einen Ausflug zum Playa Real im Las Baulas Nationalpark unternimmt. Dort können die Teilnehmer am Strand spazieren und den Meeresschildkröten bei der Eiablage zusehen. Dabei sind nur rote leuchtende Taschenlampen erlaubt. Andere Farben würden die Reptilien irritieren.
An einem anderen Tag lockt eine Kajaktour, bei der Sie bei einer abenteuerlichen Fahrt die Mangroven erkunden. Am Abend, wenn Sie von dieser Tour oder vom Segeln heimkehren, erobern Sie die lebendige Partyszene von Tamarindo.
Abenteuerliche Urwaldwanderung zum Vulkan Arenal (Volcán Arenal)
Mögen Sie das Abenteuer und Vulkane, empfiehlt sich eine Tageswanderung durch den tiefen Urwald zum eindrucksvollen Vulkanriesen Arenal. Dieser spuckte zuletzt im Jahr 2010 Feuer. Die Lavaströme sind mittlerweile erkaltet, sodass es möglich ist, der vulkanischen Natur nahezukommen. Genießen sie ein heißes Bad in den Thermalquellen oder werfen Sie bei einer Kajaktour oder beim Stand-Up-Paddling auf dem Arenal-See einen Blick auf den imposanten Vulkan.
Venado-Höhlen: Ausflug in die Tiefen der Erden
Ein besonderes Erlebnis ist ein Ausflug in das unterirdische Labyrinth der Venado-Höhlen bei La Fortuna. Der Ort liegt nahe dem Vulkan Arenal i Kanton Arenal der Provinz Alajuela. Die Tour ist drei Kilometer lang und führt durch schlammbedeckte Kammern, enge Gänge und Säle. Ausgestattet sind Sie mit Gummistiefeln, Stirnlampe und Helm. Das Licht reicht aus, um faszinierende Stalagmiten und Stalaktiten sowie hängende Fledermäuse zu bewundern.
Für Mutige: Wildwasserrafting auf Costa Ricas Flüssen
Anfänger finden auf dem Fluss Reventazón den Abschnitt Tucurrique vor, der sich für erste Erfahrungen eignet. Erfahrene Wassersportler wählen für Ihr Abenteuer den wilden .Pascua-Abschnitt. Für Anfänger geeignet sind zudem die Flüsse Saavegre und Sarapiquí. Dagegen dürfen sich mutige und erfahrene Sportler auf wilde Fahrten auf dem Pacuare, dem Naranjo oder auf dem El General freuen.
Der Nebelwald Monteverde
Bei geführten Wanderungen durch Costa Ricas Nebelwald haben Sie Gelegenheit, das Zuhause zahlreicher wilder Tiere wie Jaguare und Ozelots kennenzulernen. Zudem gibt es 2.500 Pflanzenarten, einschließlich wundervoller Orchideen, zu erkunden.
Vom Bergdorf Monteverde aus können Sie Ausflüge in die Waldlandschaften sowie Abenteuerwanderungen unternehmen. Fürchten Sie sich nicht vor der Höhe, eignen sich für sie Hängebrückentouren oder Canopy-Touren. Letztere sind Abenteurern zu empfehlen, denn sie rasen an einem Drahtseil über die Wipfel der Bäume.
In die Geschichte der Kaffeeplantagen tauchen Sie bei einer Kaffeetour ein. Zudem erfahren Sie Wissenswertes über den Anbau und die Herstellung des beliebten Getränks.
Kultur und Sehenswürdigkeiten in der Millionenstadt San José
Kulturliebhaber finden in Costa Ricas Hauptstadt das Gesuchte. Für sie lohnt sich ein Besuch des Teatro Nacional oder ein Spaziergang durch das historische Viertel im Westen des Stadtzentrums. Dort befinden sich zahlreiche Ateliers und Galerien sowie prächtige Villen der Kaffeebarone.
Die alte-amerikanische Zivilisation erkunden Sie im Museum Museo de Oro Precolombino. Zudem erfahren Sie das pure Leben (Pura vida) auf Plätzen und Märkten von San José. Nachts locken Bars und Klubs feierlustige Urlauber an.
Praktische Reisetipps
Um Costa Rica kennenlernen zu können, nehmen Sie sich zwischen Dezember und April drei oder mehr Wochen Zeit. Jedoch lohnt sich auch ein Besuch in der Regenzeit, in der die Nationalparks in Costa Rica besonders grün sind. Zudem können Sie zu dieser Zeit bei den Eintrittspreisen sparen.
Für die Einreise brauchen Sie kein Visum, sofern Sie nicht länger als 180 Tage im Land verweilen, jedoch einen gültigen Reisepass. Möglich ist, dass Sie nach einem Rückflugticket und einem Finanzierungsnachweis gefragt werden. Pflichtimpfungen gibt es nicht, jedoch Empfehlungen für die Hepatitis-A- und die Tollwutimpfung.
Bedenken Sie zudem, dass Sie sich vor Mückenstichen mit Mückensprays, Moskitonetzen und heller Kleidung, langen Hosen und langen Oberteilen schützen sollten. Denn Mücken übertragen das Dengue- und das Chikungunya-Fieber, Malaria sowie das Zika-Virus.
Halten Sie aufgrund der Tollwutgefahr Abstand zu Tieren. Ihrer Gesundheit zuliebe sollten Sie es zudem vermeiden, Leitungswasser oder mit Eiswürfeln angereicherte Getränke zu trinken. Obst und Gemüse müssen Sie vor dem Verzehr waschen, um Durchfallerkrankungen zu vermeiden.
Im Land bezahlen Sie mit Kreditkarte, mit der Landeswährung Colón oder mit US-Dollar. Die Preise werden meist in Colón angezeigt. Nicht akzeptiert werden Maestro-Karten.
Übernachten können Sie in Hostels sowie in Pensionen, oder in Hotels jeder Preisklasse. Für die Fortbewegung empfiehlt sich ein Leihwagen. Mit ihm sind Sie flexibler und schneller als mit dem Bus. Der Nahverkehr ist vergleichsweise gut ausgebaut, sodass auf den wichtigsten Strecken regelmäßig Busse fahren. Richten Sie sich aber auf wenig Komfort bei Ihren Fahrten ein, denn die Straßen sind mit vielen Schlaglöchern übersät und Fahrbahnmarkierungen fehlen ganz.
Um sich verständigen zu können, brauchen Sie mindestens Kenntnisse in der englischen Sprache. Denken Sie an einen Reiseadapter, denn die Menschen in Costa Rica nutzen abweichend von Deutschland die Steckdosentypen A und B.
Schützen Sie sich vor Taschendiebstählen. Zudem sollten Sie auf Ihr Gepäck achten, denn auch das könnte unter Gewaltandrohung gestohlen werden. Lassen Sie besondere Vorsicht in den Hafenstädten Puntarenas und an der Karibikküste im Ort Moín (Provinz Limón) walten. Auch in der Hauptstadt San José und in beliebten Touristenzentren wie Cahuita und Puerto Viejo ist Vorsicht vor Diebstählen und bewaffneten Raubüberfällen geboten. Die Notrufnummer der Touristenpolizei lautet 911.
Es empfiehlt sich, zugunsten der eigenen Sicherheit auf die Mitnahme von Wertgegenständen zu verzichten. Smartphones und Gürteltaschen sowie Kreditkarten und Bargeld bewahren Sie nicht sichtbar unter der Kleidung auf. Zahlen Sie möglichst mit Kreditkarte, sodass Sie nur wenig Bargeld mit sich zu führen brauchen.
Tipps: Beste Reisezeiten für Costa Rica und klimatische Besonderheiten
| Zeitraum | Beste Reisezeit | Klima-Besonderheit |
|---|---|---|
| Dezember – April | Sehr gut | Trockenzeit mit viel Sonne, geringe Luftfeuchtigkeit, ideal für Strand, Rundreisen und Nationalparks |
| Januar – März | Optimal | Kaum Regen, stabile Temperaturen, Hochsaison mit besten Wetterbedingungen |
| Mai – Juni | Gut | Beginn der Regenzeit, kurze Schauer meist am Nachmittag, Natur besonders grün |
| Juli – August | Gut | „Veranillo“ (kleiner Sommer) mit oft sonnigen Phasen trotz Regenzeit |
| September – Oktober | Eingeschränkt | Regenreichste Monate, besonders an der Pazifikküste, Karibik oft trockener |
| November | Übergangszeit | Wechselhaftes Wetter, Regen nimmt langsam ab, weniger Touristen |
| Ganzjährig (Karibikküste) | Gut | Eigenes Mikroklima, oft trockener im September und Oktober |
