Frühjahrsputz – wann und warum?

Die alten Römer verabschiedeten mit dem Frühjahrsputz den Winter. Foto: © IGHTFIELD STUDIOS / stock adobe

Frühjahrsputz – ist er lästige Tradition oder für Psyche und Gesundheit erforderlich? Obgleich wohlbekannt, wirft er viele Fragen auf, die dieser Artikel beantwortet.

Wann beginnt der Frühjahrsputz?

Jedes Jahr stellen Männer und Frauen – sobald der Winter endet und der Frühling beginnt – ihr Haus auf den Kopf. Diese Tradition reicht bis ins alte Rom zurück. Damals war es der Reinigungsmonat Februar, in dem sich die Menschen vom Schmutz und Ballast des Winters befreiten. In den nördlichen Ländern beginnt der jährliche Frühjahrsputz im März und April – wenn sich das Heizen erübrigt.

In den letzten Jahrzehnten begannen die Menschen, es lockerer zu sehen, denn dank der Zentralheizung sind Schmutz verursachende Öfen nicht mehr aktuell. Dennoch wird die Wohnung in den Wintermonaten schneller schmutzig, weil sich die Familie mehr im Haus aufhält und aufgrund der Kälte das Lüften kurz ausfällt.

Staubnester in den Ecken, Betten, deren Matratzen lange unbeachtet blieben, Fenster, Türen, Vorhänge – alles bedarf der gründlichen Reinigung. Besonders wichtig ist der Frühjahrsputz für Allergiker und immungeschwächte Menschen, denen Staub, Schimmel und Milben zu schaffen machen.

Wann auch immer der Frühlingsputz beginnter befreit die Wohnung von Ballast, aber ebenso die Seele. Viele sehen ihn als Neubeginn. Der Nachteil: Er ist mit viel Arbeit verbunden und deshalb sorgfältig zu organisieren. Dies gelingt mit einer selbst erstellten oder online abgerufenen Checkliste. Sie beinhaltet, welche Utensilien der Frühjahrsputz erfordert und welche Dinge in welchem Raum zu erledigen sind.

Was brauche ich für den Frühjahrsputz?

Wie das Putzen funktioniert, weiß Fachhauswirtschafterin Heike Pietsch in einem Video des Bayrischen Rundfunks zu berichten. Sie setzt auf nur wenige Reinigungsmittel und Werkzeuge. Scharfe Mittel, von denen Verbraucher jährlich 220.000 Tonnen kaufen, belasten die Umwelt und die Gesundheit.

Reinigungswerkzeuge

  • Mikrofasertücher
  • Abzieher mit Mikrofaserpad
  • Bodenwischer (am besten mit Presse) und Eimer
  • Sprühflaschen für Reinigungsmittel und Wasser
  • Putzhandschuhe
  • antistatisches Staubtuch
  • Staubsauger

Reinigungsmittel

  • Spülmittel
  • Allzweckreiniger
  • Zitronensäure
  • klares Wasser

Unzählige gelernte und selbst ernannte Reinigungsexperten setzen zusätzlich zur Zitronensäure auf Essig, Maisstärke, Natron sowie Waschsoda, Backpulver und vegane Kernseife ohne Palmöl sowie Spülmaschinensalz und ätherische Öle für den guten Duft.

Schritt für Schritt durch den Frühjahrsputz

Sind alle Putzmittel und Reinigungswerkzeuge vorhanden? Dann kann es losgehen – jedoch nicht einfach drauflos, sondern geplant und stets von oben nach unten. Die Putzaktion beginnt damit, die Wohnung auszumisten und aufzuräumen.

Wohnung aufräumen

Der Frühjahrsputz ist ein willkommener Anlass, seine Wohnung von allem Ballast zu befreien. Dazu:

  • Altkleider aussortieren
  • defekte Geräte und Möbel reparieren oder entsorgen
  • Altpapier, Altglas und sonstige Abfälle dem Wertstoffkreislauf oder dem Restmüll zuführen

Staub wischen

Ist kein Ballast mehr vorhanden und die Wohnung aufgeräumt, diese von Staub befreien. Dabei helfen Staubwedel und ein antistatisches Staubtuch. Die besten Ergebnisse erzielt, wer von oben nach unten und im Uhrzeigersinn arbeitet. Ersatzweise statt eines Staubtuches ein feuchtes – nicht nasses – Mikrofasertuch oder ein weiches Baumwolltuch verwenden, um die Wohnung von Staub zu befreien.

Ein kleiner Tropfen Haarspülung imprägniert die Flächen, sodass der Staub nicht mehr haftet. Dabei darauf achten, nicht zu viel zu benutzen, damit kein Ölfilm entsteht. Beim Staubwischen Pflanzen und Heizungen mit einbeziehen.

Bad reinigen

Ein hygienisch reines Bad hinterlässt bei Gästen einen guten Eindruck, ist jedoch auch für die Gesundheit bedeutend. Deshalb beim Frühjahrsputz im Bad nicht mit Wasser geizen und unbedingt für die Toilette ein eigenes Tuch verwenden (Tipp: Signalfarbe rot). Das verwendete Wasser sollte möglichst heiß sein, weil Hitze Bakterien tötet und Seifenablagerungen sich leichter entfernen lassen.

Auch im Bad die Reinigungsrichtung beachten. Zu säubern sind:

  • Badezimmerschränke
  • Spiegel
  • Badewanne
  • Wandfliesen und Fugen
  • Abflüsse
  • Waschbecken, Dusche und Badewanne
  • Badezimmerlampe
  • Fenster mit Rahmen, Rollos oder Gardinen
  • Duschvorhang
  • Waschmaschine und Trockner, falls sie im Bad stehen
  • Wäschesammler
  • Badezimmertür einschließlich Klinke
  • Boden und Fugen zum Schluss

Küche reinigen

Ebenso wie im Bad sollte das Augenmerk beim Frühjahrsputz auf die Küche liegen, denn auch hier ist Hygiene gefragt und viel zu tun:

  • Schränke von oben säubern
  • Lampen reinigen
  • Schränke von innen und außen von Schmutz befreien
  • Backofen, Mikrowelle und andere Küchengeräte reinigen
  • Spülmaschine und Wasserkocher von innen reinigen (entkalken) und von außen säubern
  • alle Teile der Dunstabzugshaube von Fett befreien, bei den Filtern nach Vorgaben des Herstellers vorgehen
  • Tiefkühltruhe und Kühlschrank abtauen und (mit Essig) reinigen

Fenster putzen und Vorhänge waschen

Zum Frühjahrsputz dazu gehören das Fensterputzen und das Waschen von Gardinen und Vorhängen. Wie das Putzen der Scheiben streifenfrei gelingt, dazu gibt es unzählige Tipps. Nötig dazu sind jedoch nach Putzexpertin Heike Pietsch einzig Wasser, wenig Spülmittel, zwei Mikrofasertücher – eines zum Wischen, eines zum Abtrocknen – und ein Wasserabzieher.

Tipp: Vor dem Frühjahrsputz eine Playlist erstellen und beim Putzen die Lieblingsmusik hören.

Extra-Tipp: Wer sich nicht an seine Fenster rantraut, weil ihm diese Arbeit zu mühevoll ist, der kümmert sich um eine professionelle Fensterreinigung.

Fazit

Mit der richtigen Vorbereitung, einer helfenden Hand sowie Expertentipps und wenigen Utensilien ist der Frühjahrsputz bald erledigt. Und mit der Lieblingsmusik macht es Spaß. Scharfe Reinigungsmittel bleiben der Umwelt und der Gesundheit zuliebe außen vor. Stattdessen auf selbst herstellte Putzmittel aus natürlichen Materialien setzen oder sich auf Zitronensäure, Spülmittel und Allzweckreiniger beschränken.