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Wann wurde die Abkürzung BDSM erstmals verwendet?

Bild: © alphaspirit / stock adobe

Bei der Abkürzung BDSM handelt es sich um ein Akronym mit mehreren Bedeutungsebenen. Es bezeichnet verschiedene sexuelle Präferenzen, bei denen Dominanz und Unterwerfung, Kontrolle und Hingabe, Lustschmerz und Erziehung eine Rolle spielen. Eine weniger scharf umrissene Bezeichnung für diese Vorlieben lautet Sado-Maso.

In BDSM steht das B für „Bondage“. Das D symbolisiert sowohl „Discipline“ als auch „Dominance“. Auch das S hat zwei Bedeutungsebenen: Einerseits meint es „Submission“, andererseits „Sadism“, während das M für „Masochism“ steht. Der aus diesen Schlüsselworten zusammengesetzte Begriff BDSM entstand in der Alltagskultur der 1990er-Jahre und ging später in die wissenschaftliche Literatur über.

Was ist BDSM?

BDSM meint sexuelle Praktiken, bei denen ein ungleiches Machtgefälle den erotischen Reiz ausmacht. Zu einer Session gehören daher ein oder mehrere Dominante sowie ein oder mehrere Submissive. Erstere nennen sich in der subkulturellen Szene Dom oder Domina. Alternative Bezeichnungen sind Herr oder Herrin sowie Top. Bei ihnen handelt es sich um den „aktiven Part“.

Der submissive Teil einer BDSM-Beziehung heißt in der männlichen Form BDSM-Sklave, Bottom oder Sub. Bei der weiblichen Form herrscht die Bezeichnung BDSM-Sklavin vor. In liebevollen Spielpartnerschaften kommen teilweise verniedlichende Varianten wie „Subbie“ zum Einsatz. Der Sklave oder die Sklavin gelten in der BDSM-Szene als „passiver Part“.

Die Begriffe „aktiv“ und „passiv“ weisen hier allerdings eine andere Bedeutung auf als in der Alltagssprache. Der aktive Teil der Beziehung ist der Geber. Er gibt seinem submissiven Partner Lustschmerz und Demütigung. Der passive Teil ist der Nehmer, der diese Gaben empfängt.

Die Grenzen zwischen beiden Bereichen verschwimmen, wenn die BDSM-Praktizierenden zwischen den Rollen wechseln. In diesem Fall handelt es sich um „Switcher“.

Wie funktioniert eine BDSM-Beziehung?

Bei BDSM-Spielen stehen zwei Faktoren im Mittelpunkt: Sicherheit sowie ein klares Rollenverhältnis.

Sicherheit

Das Grundprinzip der erotischen Spielart lautet „Safe, Sane, Consensual“. Ins Deutsche übersetzt bedeutet dieser in der Szene unumstrittene Grundsatz: „Sicher, Vernünftig, Einvernehmlich“. Er meint, dass beim BDSM das Vermeiden seelischer und physischer Schäden über dem Lustgewinn steht.

Aus Sicherheitsgründen suchen sich viele BDSM-Praktizierende vor einer Session „Safewords“ aus. Diese schränken die Intensität einer Praktik ein oder beenden sie augenblicklich, sobald sich einer der Partner unwohl fühlt. Gängig sind Farbabstufungen, wobei „Gelb“ für „grenzwertig“ und „Rot“ für „No-Go“ steht. Damit dieser „Notfallstopp“ funktioniert, findet  vor Beginn der BDSM-Session eine genaue Absprache statt.

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Eine Ausnahme bilden Top- und Bottom-Konstellationen, die sich lange kennen und zwischen denen ein Vertrauensverhältnis besteht. Sie nutzen die Safewords in der Anfangsphase ihrer Beziehung und verzichten später teils darauf, da sie am Verhalten des jeweils anderen dessen Grenzen erkennen.

Achten Partner auf Körperhaltung und Mimik ihres Gegenübers, entfällt die Notwendigkeit eines Safewords. In vielen BDSM-Beziehungen führt ein einfaches „Nein“ des Subs zu einem temporären Abbruch der Session. Dann erhalten beide Partner die Chance, sich zu erholen und mögliche Unstimmigkeiten zu klären.

Rollenverteilung

Neben dem Sicherheitsaspekt gehört die feste Rolleneinteilung zu einer BDSM-Session. Der oder die Dominante trägt als ausführender Part die Verantwortung für das Wohl des oder der Submissiven. Dafür lassen sich BDSM-Sklave bzw. -Sklavin fallen und schenken ihrem Herrn oder der Herrin ihr Vertrauen und ihren Lustschmerz.

Manche BDSM-Partner halten die Rollenverteilung und die damit einhergehenden Rechte und Pflichten in „Sklavenverträgen“ fest. Die nicht rechtlich bindenden Vereinbarungen dienen dazu, einen Konsens vor den Sessions zu finden.

Welche Praktiken gehören zum BDSM?

Die erotischen Praktiken beim BDSM sind ein weit gestreutes Feld. Grundlegend gehören in diesen Bereich:

  • Fesselspiele
  • lustvolle Bestrafungen
  • erotische Demütigungen
  • Kontrolle

Ob das Machtgefälle bei einem BDSM-Paar ausschließlich während einer Session gelebt wird oder im Alltag bestehen bleibt, hängt von individuellen Bedürfnissen und Wünschen ab.

Leben BDSM-Partner eine durchgehende Beziehung mit ungleich verteiltem Machtgefälle, handelt es sich um eine 24/7-Partnerschaft. Dies ist im Alltag jedoch schwierig umzusetzen, sodass sich die meisten Paare auf eine temporäre BDSM-Beziehung beschränken.

Welche Spielpraktiken im Laufe einer Session zum Einsatz kommen, entscheiden beide Partner einvernehmlich. Zu den bekannten Praktiken zählen:

  • Spanking: Hierbei schlägt der dominante Part sein submissives Gegenstück zum Lustgewinn oder als sinnliche Bestrafung. Hauptsächlich steht beim Spanking das Gesäß als Ziel der Maßregelung im Mittelpunkt. Ebenso können Schläge auf Schenkel, Brüste oder andere Körperteile empfangen werden.
  • Bondage: Die Fesselung des submissiven Parts dient dazu, ihn zu fixieren und ihm seine Machtlosigkeit zu verdeutlichen. Dafür kommen Handschellen, Seidenbänder oder spezielles BDSM-Klebeband zum Einsatz. Alternativ fesselt der Dom seinen Sub kunstvoll mit einem Bondage-Seil.
  • Rollenspiele: Zusätzlich zur klaren Rollenverteilung innerhalb der BDSM-Beziehung, geht es bei dieser Praktik darum, das „Kopfkino“ anzuregen. Zu den klassischen Rollenspielen zählen „Chef/Chefin und Sekretär/Sekretärin“ oder „Lehrer/Lehrerin und Schüler/Schülerin“.
  • Sinnesentzug: Die sensorische Deprivation beschränkt sich meist auf einen bis drei Sinne. Mit einer Augenbinde nimmt der Dom dem Sub seinen Sehsinn. Ohrstöpsel dienen dazu, Geräusche einzudämmen. Ein Knebel schränkt das Sprachvermögen ein. Durch diesen Sinnesentzug erlebt der Sub die anderen Sinnesreize intensiver.
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Zu den weniger bekannten Praktiken beim BDSM zählen Folterbehandlung, Crossdressing oder Atemkontrolle. Ebenso können Klinik- und Toilettenspiele in eine BDSM-Session integriert werden, sofern alle Beteiligten daran Gefallen finden.

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Welche Spielzeuge kommen bei BDSM zum Einsatz?

Die Auswahl der Spielzeuge und Utensilien hängt von den bevorzugten Praktiken ab. Finden Top und Bottom an der Keuschhaltung des submissiven Parts Gefallen, empfiehlt sich ein Keuschheitsgürtel. Steht das Spanking beim erotischen Vergnügen im Mittelpunkt, kommen folgende Hilfsmittel infrage:

  • Peitsche
  • Gerte
  • Flogger

Für Paare, die Fesselspiele bevorzugen, zählen Handschellen, Halsband und Manschetten zu den wichtigen Accessoires. Die Spielzeuge finden interessierte Pärchen online in einem BDSM-Shop.

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Um BDSM auszuprobieren, können Einsteiger zunächst mit der Hilfe von Alltagsgegenständen ihre Neigungen ausleben. Zum Fesseln des Partners eignen sich Krawatten und lange Strümpfe. Als Schlaginstrument kommen neben der flachen Hand ein hölzerner Kochlöffel oder ein Lederpantoffel infrage.

Der erotischen Fantasie sind bei der Spielzeugauswahl keine Grenzen gesetzt, sofern das Wohlergehen beider Partner gewahrt bleibt.

Wer ist Dom, wer ist Sub?

Woher der Reiz von Dominanz oder Unterwerfung bei BDSM-Praktizierenden stammt, ist wissenschaftlich nicht vollständig geklärt.

Im bekannten Erotikbuch „Fifty Shades of Grey“ entstammt der Dominanzwunsch der Hauptfigur Christian Grey einem Trauma in der Kindheit. Zwar besteht die Möglichkeit, dass sich aus Kindheitserfahrungen ein dominantes oder submissives Verhalten ergibt, allerdings ist sexuelle Dominanz oder Unterwürfigkeit meist veranlagt.

In einer BDSM-Beziehung sprechen allen Beteiligten über ihre Neigungen, sodass sich schnell herauskristallisiert, wer Top und wer Bottom ist. Bei einem submissiven oder dominanten Pärchen können „Spiel-Doms“ und „Spiel-Subs“ in das gemeinsame Liebesspiel eingebunden werden.

Hierbei handelt es sich um Personen außerhalb der Beziehung, die jedoch von der Neigung her ins erotische Gefüge passen.

Wie funktioniert der Einstieg?

Wollen Paare mit BDSM Erfahrungen sammeln, steht zunächst eine genaue Absprache im Fokus. Dabei gilt es, folgende Fragen zu berücksichtigen:

  • Wer sieht sich als Top, wer als Bottom?
  • Welche erotischen Fantasien sollen realisiert werden?
  • Wo liegen die individuellen Grenzen?
  • Welche Spielarten und Spielzeuge kommen zum Einsatz?

Brauchen Pärchen beim Einstieg Unterstützung oder Inspiration, hilft ein Blick ins Internet. Frei zugängliche BDSM-Videos verschaffen Interessierten einen ersten Einblick in die Szene und deren Spielarten. Genauere Informationen erhalten sie beispielsweise in einem öffentlichen BDSM-Forum.

Alternativ besteht die Möglichkeit, BDSM-Sex zunächst in der „Light-Version“ auszuprobieren:

  • Vor dem gemeinsamen Liebesspiel versohlt ein Partner dem anderen den Po.
  • Beim Sex verbindet der dominante Part dem submissiven Partner die Augen.
  • Ein Partner entscheidet, ob und wann der andere einen Orgasmus erlebt.

Mit solchen kleinen Ausschmückungen beim Sex finden beide Partner heraus, welche Praktiken ihnen gefallen und bei welchen sie sich unwohl fühlen.

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Welche Schwierigkeiten haben BDSM-Praktizierende?

„Vanillas“ – denjenigen, die kein BDSM praktizieren – fällt es oft schwer, Verständnis für eine BDSM-Beziehung aufzubringen. Fälschlicherweise setzen sie die erotischen Praktiken mit echter Gewalt und Demütigung gleich. Entsprechend scheuen sich Männer und Frauen, die Lust an Dominanz oder Unterwerfung empfinden, sich ihren Vanilla-Partnern zu öffnen.

Ebenso haben vorwiegend BDSM-Einsteiger Probleme damit, ihre Neigungen zu akzeptieren. Ein Grund dafür sind in der Gesellschaft herrschende Vorurteile gegen die BDSM-Szene. Viele Vanillas setzen die sexuellen Präferenzen mit einem unterwürfigen Frauenbild gleich. Ebenso herrscht noch immer der Irrglaube, Lust an Dominanz oder Unterwerfung sei eine psychische Störung.

Gegen diese veralteten Stigmata protestiert die BDSM-Szene seit Jahren. Inzwischen leisten BDSM-Geschichten und -Filme jedoch Aufklärungsarbeit.

 

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).